Häufig gestellte Fragen zum Thema Hypnose


  1. Ist jeder Mensch hypnotisierbar?
  Im Prinzip ist jeder Mensch hypnotisierbar, wenn er bereit ist, einen neuen wunderschönen Bewusstseinszustand zu erleben. Wir alle kennen dies, es ist uns nur nicht bewusst. Kinder, die tief versunken mit sich und "anderen" in ihrer Phantasie spielen, lachen und diskutieren, sind in einer solchen Trance. In unserer Kulturwelt ist Trance oder Meditation noch nicht so verankert, wie in östlichen Kulturen, dennoch sind sie genauso wirkungsvoll. Jeder, der es wirklich will, kann erlernen, bewusst Trancezustände herbeizuführen.

  2. Was passiert bei einer Hypnosebehandlung?
  Eine Hypnosebehandlung gliedert sich in vier Phasen. Diese Phasen sind dynamische Vorgänge und gehen gleitend ineinander über. Die erste ist die Einleitungs- oder Induktionsphase. Hier wird ein tiefer Entspannungszustand erzeugt und vertieft, indem die Aufmerksamkeit des Patienten von der Außen- auf die Innenwahrnehmung und damit auf die Welt der Sinne und Gefühle (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen) gelenkt wird. In der modernen Hypnose dauert diese Induktionsphase nicht ganz eine Minute. Veraltete Hypnoseformen benötigen hierfür bis zu 15 Minuten und mehr. Dies ist die Phase der körperlichen Entspannung. Hierauf folgt die Phase der mentalen Entspannung. Der Patient sucht sich in seiner Gefühlswelt einen Ort oder Raum des absoluten Wohlbefindens und der Sicherheit aus, den er so gestaltet, wie er ihn liebt und in dem alles so ist, wie es der Patient gerne mag.

Jetzt folgt erst die eigentliche Therapiephase. Hier kann nun die hypnotische Anästhesie eingeleitet oder die Neurodermitis bearbeitet oder psychotherapeutische Interventionen durchgeführt werden. Diese Phase kann je nach Notwendigkeit von nur wenigen Minuten bis zu vier oder fünf Stunden (z. B. bei zahnärztlichen Eingriffen: Beschleifen von etlichen Zahnkronen) dauern.

In der vierten Phase wird der Patient wieder in das Hier und Jetzt zurückgeführt, was nur wenige Augenblicke in Anspruch nimmt. Es kommt jedoch gelegentlich vor, dass ein Patient sich in seinem "Sicherheitsraum" so wohl fühlt, dass er diesen ungerne verlassen möchte und deswegen noch einige Minuten benötigt, um sich zu reorientieren.

  3. Was kostet eine Hypnosebehandlung? Was übernimmt die Krankenkasse?
  Eine Behandlungsstunde kostet zwischen 150,- und 200,- €. Wie viele Stunden notwendig sind, hängt von der zu behandelnden Krankheit ab: von einzelnen Sitzungen bei zahnmedizinischer Anwendung hin zu einem lang andauernden Behandlungszeitraum, z. B. bei Depressionen oder Angststörungen. Hypnosebehandlungen sind prinzipiell Privat-Leistungen. Die Kosten werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

  4. Bei welchen Erkrankungen ist es sinnvoll, Hypnotherapie einzusetzen?
  Grundsätzlich ist die Hypnotherapie als sinnvolle Ergänzung zur medizinischen Behandlung bei jeder Erkrankung denkbar. Besonders bei psychosomatischen Erkrankungen kann die Hypnotherapie mit Hilfe gezielter Suggestionen und Veränderungsarbeit einen entscheidenden Beitrag zur Gesundung leisten. Dabei können die körperlichen Symptome direkt behandelt werden und darüber hinaus neue Verhaltensstrategien für Stresssituationen eingeübt werden, um den Gesundheitszustand langfristig zu stabilisieren.

  5. Ist der Hypnosezustand mit einer Narkose zu vergleichen?
  Die Hypnosesituation unterscheidet sich grundsätzlich von einer Narkose. Während der Trance bleibt der Patient die ganze Zeit über ansprechbar und bleibt in ständigem Kontakt mit dem Therapeuten. So sind auch Phänomene, die man bei einer Vollnarkose fürchtet, nicht zu erwarten - etwa plötzliches, schockartiges Erwachen. Auch die Angst, dass man aus der Hypnose nicht mehr "aufwacht", ist unbegründet. Da keine Medikamente verabreicht werden, um die Trance zu induzieren, befindet sich der Patient nach deren Rücknahme wieder vollständig im Wachzustand und ist ohne Einschränkungen in der Lage, am Straßenverkehr teilzunehmen oder Maschinen zu führen.

  6. Welche Einsatzmöglichkeiten bieten sich in der Zahnmedizin?
  In der Zahnmedizin gibt es vielfältige Einsatzmöglichkeiten der Hypnose. Viele Patienten wünschen die Hypnose, um den Zahnarztbesuch und die zahnärztlichen Behandlung ohne unangenehme Gedanken und Gefühle genießen zu können. Sie lassen sich in ihren Wohlfühl- und Sicherheitsraum führen, bleiben in ihrer Gefühls- und Sinneswelt dort und lassen den Zahnarzt ganz entspannt arbeiten. Sie wünschen also eine "Komfort-Behandlung".

Weitere Indikationsgebiete:
· Medikamenten-Allergie
· Hypnotische Anästhesie als Ersatz für die lokale Anästhesie,
  die Vollnarkose oder die Analogsedierung
· Kiefergelenkserkrankungen bedingt durch Bruxismus, hier: u. a.
  Entwicklung neuer Verhaltensstrategien für Stresssituationen
· Psychosomatische Krankheitsbilder im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich
· Allgemeine Veränderung der Immunsituation
· Angst vor zahnärztlichen Eingriffen
· Dentistophobie

In Hypnose ist der Speichelfluss, die Blutungsdauer und die Wundheilung positiv beeinflussbar. Nachschmerzen sind daher praktisch unbekannt, denn hypnotische Suggestionen wirken auch noch nach dem Aufheben der Trance.

  7. Warum ist Showhypnose so gefährlich?
  Angst und Vorurteile, die gegen die Hypnose an sich bestehen, haben meist ihren Ursprung in Phänomenen der Showhypnose. So besteht die Sorge vor psychotischen Zuständen oder anhaltendem Gedächtnisverlust. Dahinter steht die Vorstellung von einem veränderten Bewusstseinszustand, der dem Patienten vom Hypnotiseur aufgezwungen wird. Tatsächlich aber behält der Behandelte die Kontrolle über sich und den Verlauf der Hypnose. Anders verhält es sich bei der Showhypnose. Hierbei geht es dem Hypnotiseur vor allem darum, effektvoll seine Macht zu demonstrieren. Zu diesem Zweck wählt er sich hochsuggestible Personen aus dem Publikum aus. Unter abrupten Wechseln zwischen Trance und Wachzustand veranlasst er diese zu höchst beschämenden Verhaltensweisen, um die Anwesenden zu beeindrucken. In diesem völlig ungeschützten Umfeld werden auf diese Weise Emotionen hervorgerufen, mit denen der Betroffene dann alleine gelassen wird. Nicht selten sind lang anhaltende Depressionen und Ängste die Folge solcher Erlebnisse.